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Das Fahrrads wird vom Fortbewegungsmittel zum Wirtschaftsfaktor

Montag, Juli 11th, 2011

Die Entwicklung des Fahrrads vom Fortbewegungsmittel zum Wirtschaftsfaktor

Heute gehört das Fahren mit einem Rad, möglichst aus dem Fachhandel, zum guten Ton. Der ADFC fordert sichere Verkehrsbedingungen für Radfahrer.

Als Karl Drais im Jahre 1817 das erste bekannte Fahrrad entwickelte, wurde dadurch eine Entlastung der Transportwirtschaft erwartet. Gepäck und Waren wurden bis dahin mühselig durch Holzkonstruktionen, Flöße, Schiffe, Menschen, Kamele, Pferde und andere Transportmittel bewegt. In den Folgejahren trugen zwar viele Erfinder zur Entwicklung des Fahrrades bei, doch trotz aller Neuerungen war dem Fahrrad ein wirtschaftlicher Erfolg erst 1974 beschieden. Zu diesem Zeitpunkt wurden in der Bundesrepublik erstmals mehr Fahrräder als Autos verkauft.

Heutzutage ist das Fahrrad für Hersteller, Händler, Verbraucher und Touristikunternehmer, ein fester Wirtschaftsfaktor. Für seine Besitzer ist es nicht selten ein Statussymbol, das seine sichere Unterkunft in der Wohnung hat und bei einer Rast während der Fahrt, in Sichtweite, vor dem Straßencafé geparkt wird. Der Bundesvorsitzende des ADFC (Allgemeine Deutsche Fahrrad Club), Ulrich Syberg, mahnt die Bundesregierung, den Radverkehr endlich mit Geld und Personal zu fördern und sicherer zu machen.

Der neue Trend: Bessere Bedingungen für Radfahrer

Wie Verkehrsminister Ramsauer feststellt, werden durch das Radfahren Ressourcen geschont, wird einem Verkehrsstau vorgebeugt und etwas für die Gesundheit getan. Diese n Aspekte werden, so ergab eine Studie des Bundesverkehrsministeriums, von vielen Menschen unterstützt. Der Anteil der Radfahrer im Straßenverkehr liegt heute, mit etwa zehn Prozent, etwa gleich mit dem Öffentlichen-Nahverkehr. In Berlin, München und Hamburg, fahren bis zu 14 Prozent der Bevölkerung, teilweise auch um schneller an ihr Ziel zu gelangen, mit dem Rad. Gerd-Axel Ahrens, Professor für Verkehrs- und Infrastrukturplanung an der TU Dresden, weist darauf hin, dass vor allem junge Leute zusätzlich nach intelligenten Lösungen suchen, um unterschiedliche Transportmittel miteinander zu kombinieren.

Wie schneiden einzelne Städte bei der Beurteilung ab?

Die Fahrradhauptstadt ist, mit etwa 38 Prozent Radfahrer, unumstritten die Stadt Münster.

Die Stadt Karlsruhe will zur besten Fahrradstadt in Süddeutschland werden und den Anteil des Radverkehrs auf 23 Prozent steigern. Um diese Quote zu erreichen, wurde das „20-Punkte-Programm zur Förderung des Radverkehrs in Karlsruhe“ beschlossen.
Die Stadt Nürnberg rief die Kampagne „Nürnberg steigt auf“ ins Leben, um bis 2015 auf 20 Prozent Radfahrer zu kommen. Frank Jülich, Leiter des Verkehrsplanungsamts erklärt, dass sein Vorbild in Sachen Fahrradfreundlichkeit Kopenhagen sei, das einen Radfahreranteil von 40 Prozent hat.

In Kiel steigerte sich der Anteil der Radfahrer bis zum Jahr 2008 auf gute 21 Prozent. Dort wurde, wie der Radbeauftragte der Stadt, Uwe Redecker, erklärt, viel gebaut, markiert, Fahrradstraßen und fast alle Einbahnstraßen für Radfahrer geöffnet. Die wichtigste Änderung sei das Fahrradforum. In diesem kommen, so Redecker, sechs Mal im Jahr Verwaltung, Politik, Polizei und Verbände zusammen. Für Krimifans wurde etwas Besonderes erdacht. Sie können, bei speziellen Radtouren, die Ermittlungswege des Kieler TV-Kommissars mit dem Rad verfolgen.

Das Fahrrad wird zum Wirtschaftsfaktor

Im 2.Fahrradbericht der Bundesregierung, aus dem Jahr 2007, wird hervorgehoben, dass der Fahrradbestand in Deutschland, mit insgesamt 73 Millionen Rädern, höher ist als die Zahl der Personenkraftwagen (Pkws), die nur 42 Millionen betragen. Demnach besitzen rundgerechnet 80 Prozent aller Haushalte in Deutschland wenigstens ein Fahrrad. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) informiert, das jährlich etwa vier Millionen Fahrräder hinzukommen. Im Vergleich wird vom Kraftfahrzeug Bundes Amt (KBA) bekannt gegeben, dass im Jahr 2010 rundgerechnet drei Millionen Kraftfahrzeuge gekauft wurden. Im Forschungsbericht 583, vom September 2009, wird eröffnet, dass der Fahrradhandel auf ein Umsatzvolumen von rundgerechnet fünf Milliarden, bei einem Gesamtumsatz der vom Fahrrad abhängigen Wirtschaft, von fast 14 Milliarden, blicken darf. Wie die Behörde weiter bekannt gibt, stellt die Fahrradbranche, die Industrie, der Handel, der Tourismus etwa 220.665 Vollzeit-Arbeitsplätze und gilt damit laut Branchenverband VSF (Verbund Service und Fahrrad), als eine der wirtschaftlich zukunftsträchtigsten Branchen.

Kunden von Fahrrädern investieren, gestaffelt nach ihren Bedürfnissen, in Qualität

Fahrräder tragen zur Lösung der Probleme von Staus in Innenstädten, Luftverschmutzung und Bewegungsmangel bei. Mit ihnen macht es Vergnügen in der Freizeit oder täglich zur Arbeit zu radeln. Weil Fahrräder den gestiegenen Qualitätsansprüchen gerecht werden müssen, lassen sich die Kunden gerne beim Kauf beraten, schätzen Service. „Den Deutschen ist ein hochwertiges Fahrrad wichtig“, erklärt Albert Herresthal, Geschäftsführer des VSF, einem Zusammenschluss von über 275 Händlern und Herstellern der Fahrradbranche. Hochwertige Fahrräder werden, laut Branchenmagazin „RadMarkt“ , offensichtlich, so belegt auch das Umsatzplus von 55 Prozent der letzten sechs Jahre, im Fachhandel gekauft. Für 2011 wird ein deutliches Umsatzplus erwartet.

Herresthal hält die Aussage, dass ein Fahrrad durchschnittlich 446 Euro kostet, wie sie vom Zweirad Industrie Verband (ZIV) für 2009 kommuniziert wird, “ für wenig aussagekräftig. Wenn die Statistik stimmen sollte, müssten, nach seiner Meinung, alle „Kinderfahrzeuge und offensichtlicher „fabrikneuer Sperrmüll“ aus den Bau- und Supermärkten aus der Erhebung herausgenommen werden.“

Der VSF hat aus den Daten des Fachmediums „SAZbike“, die sich mit der Aussage des Pressedienst-Fahrrad decken, ermittelt, dass für „City- und Trekkingräder“ im Standard-Fachhandel durchschnittlich 624 Euro gezahlt werden. Der Geschäftsführer Gunnar Fehlau ist der Meinung, dass unter 500 Euro keine soliden Räder für den Alltagsbetrieb hergestellt werden können. Der Premium Fachhandel, in dem bevorzugt aktive Touren- und Alltagsradler einkaufen, erhebt, so die Recherche des VSF, einen durchschnittlichen Fahrradpreis von 1.057 Euro.

Für die in letzter Zeit so beliebten Pedelec Fahrräder, die mit Elektro-Unterstützung fahren, gaben Käufer 2010 im Premium-Fachhandel, nach Datenlage des VSF, im Schnitt 2.404 Euro aus.

Die Tendenz der Radfahrer im Tourismus steigt

Zusätzlichen Rückenwind für seine Branche sieht Herresthal im Tourismus und speziell bei Städtetouren. Immerhin meldete Trendscope 2009, dass 4,88 Millionen Deutsche einen Radurlaub mit mindestens einer Übernachtung in Berlin, München oder Hamburg machten.

Unfallprävention für Radfahrer gefordert

„Autofahrer müssen zukünftig mit mehr Radfahrern auf der Straße rechnen“, sagt Ronald Winkler, Fahrradexperte beim ADAC. Er fordert, dass in allen Tempo-30-Zonen Radfahrer erlaubt sein müsse, trotz vorhandenem Radweg, auf der Fahrbahn zu fahren. Auch die Nutzung von Einbahnstraßen müsste Radfahrern von beiden Seiten, gestattet werden. Er begrüßt die hohe Radlerquote von Münster, bedauert aber, dass die Unfallquote der Radfahrer die der Autofahrer übertrifft. Dem Direktor des Polizeipräsidiums Münster fällt auf, dass schwere Verkehrsunfälle von Radfahrern an der Tagesordnung sind. Im Jahr 2010 kamen in Münster drei Radfahrer bei Unfällen ums Leben. Die Unfallzahlen der Stadt Kiel zeigen Positives auf. Sie sinken trotz steigendem Verkehrsaufkommen. Der Radbeauftragte Redecker führt das auch auf die Präsenz der Radler und der neuen Fahrradstreifen, die zwischen den Autostreifen liegen, zurück.

Was Radfahrer von den Politiker fordern

Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer (CSU) kümmert sich zu wenig um die Sicherheit der Radfahrer im Straßenverkehr, so bemängelt der ADFC im Namen der Radfahrer. Er schlug Anfang des Jahres 2011 drei Verkehrssicherheitsmaßnahmen für Radfahrer vor, die schwere Fahrradunfälle verhindern oder minimieren helfen und ihre Folgen abschwächen sollen.

  • Ein Warnsystem gegen sich öffnende Autotüren
  • Ein Abbiege- und Bremsassistent für Lkws
  • Ein Außenairbag für Pkws

Zum Bedauern des ADFC-Bundesvorsitzenden Ulrich Syberg erfolgte auf die Vorschläge, die teilweise bis 2010 zurückliegen, bisher keine Resonanz.

Der ADAC führt als Hauptursache tödliche Fahrradunfälle Kollisionen mit Kraftfahrzeugen, bei denen überwiegend Autofahrer die Verursacher sind, auf.
Andere Verbände und Kfz-Hersteller bestärken den ADFC darin, dass Schutzmaßnahmen zum Wohl von Fußgängern und Radfahrern ein wichtiger Beitrag zur Verkehrssicherheit sind.

Strafen für Autofahrer und Radfahrer

Autofahrer und Radfahrer sind oft ein und dieselbe Person. Darum ist es praktisch, dass ADAC und ADFC eng zusammenarbeiten. Sie informieren die Verkehrsteilnehmer gemeinsam, über Verwarnungsgelder und Strafen.

Das Oberverwaltungsgericht Münster beschloss am 15.04.2011 (AZ. 5 A 954/10) das Parken auf öffentlichen Radwegen mit einem Verwarnungsgeld von mindestens 15 Euro geahndet wird. Der Autofahrer riskiert, wenn die Gefahr besteht, dass weitere Autofahrer seinem Beispiel folgen könnten, dass sein Wagen abgeschleppt wird. Auch für Radfahrer die zwei Räder nebeneinander auf dem Radweg parken, gelten diese Vorschriften. Als Ausnahme gilt eine Beschilderung durch Verkehrszeichen.

Fahrradfahrer, die mit mehr als 1,6 Promille Alkohol im Blut auf ein Rad steigen und dabei von der Polizei erwischt werden, droht eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU). Stimmen sie dieser Untersuchung nicht zu, kann ihnen, so entschied das Bayerische Verwaltungsgericht in einem Beschluss (Az. 11C 09.2200) der Führerschein für ihr Auto entzogen und das Fahrradfahren verboten werden.

Ein Nachschlagewerk erleichtert Kommunen die Planung und Einbindung von Radwegen

Der ADFC begrüßt, anlässlich des zweiten Nationalen Radverkehrskongresses, dass viele Bundesländer und Kommunen dem Bund in Sachen Radverkehrsförderung deutlich voraus sind. Er bemängelt, das das Bundesverkehrsministerium sich als Bremse des Radverkehrs in Deutschland erweist.
Auf der Tagung stellte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann, (CSU),die Gründungsinitiative der „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen“ vor und weist auf das neu erschienene Radverkehrshandbuch „Radlland Bayern, hin. Es ist ein Nachschlagewerk für Landkreise und Kommunen, Planer in den Planungsbüros sowie Vereine, Verbände und Initiativen, die sich für den Radverkehr engagieren.

Quellen: Stat. Bundesamt, HDE, VDZ.
Infos im Merkblatt Überlebenstechnik

 

Autor: Monika Hermeling

Mit dem Rad zur Arbeit

Sonntag, Mai 15th, 2011

Die Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“, feiert am 1. Juni 2011 den 10. Geburtstag

AOK und ADFC animieren Radfahrer im Juni, Juli und August dazu, möglichst täglich, durch das Fahrradfahren im Alltag, etwas für die Gesundheit zu tun. Unternehmer und Politiker locken mit einem vorbildlichen, eigenen Engagement und Prämien.

Viele Menschen fassen, im Bezug auf ihre Fitnessgewohnheiten, am Anfang jeden Jahres, gute Vorsätze. Oft scheitern die Bemühungen schnell wieder am Mangel von Disziplin oder einem schlechten Zeitmanagement. Eine Möglichkeit Fitness und Umweltschutz zu verbinden, ist, mit dem Rad zur Arbeitsstätte zu fahren. Das hat, nicht nur im ländlichen Raum, den Vorteil schneller voranzukommen, denn im Straßenverkehr sind Radfahrer oft wendiger als Autos. Seit dem Jahr 2001 werden die Radfahrer mit der Aktion: „Mit dem Rad zur Arbeit“ vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) und der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) unterstützt. Zusätzlich zum Fitnesstraining und dem Umweltschutz wird mit der Aktion, an die sich bisher bundesweit 170.000 Teilnehmer beteiligten, der Verkauf von Fahrrädern angekurbelt. Die Veranstalter werben dafür, dass im Prinzip jeder nur gewinnen kann, denn eine regelmäßige Bewegung hält fit und gesund.

Wie können Radfahrer mitmachen

Mitmachen können alle die arbeiten, selbst dann, wenn sie nicht bei der AOK, sondern in einer Betriebskrankenkasse versichert und kein Mitglied des ADFC sind. Anmelden können die Freizeitsportler sich beim Firmenkundenberater der AOK oder bei einem von der Firma bestimmten Betriebskoordinator, der die Daten sammelt und alle Interessierten gemeinsam bei der AOK anmeldet. Eine Anmeldung im Internet ist auch möglich. Sie wird oft von Betriebsangehörigen kleiner Firmen vorgenommen. Damit alle Anmeldungen der sechzehn teilnehmenden Bundesländer korrekt erfasst und verarbeitet werden können ist es erforderlich, dass die Anmeldung in der Stadt erfolgt, wo der Firmensitz des Unternehmens ist.

Im Team fährt es sich leichter

Viele Freizeitsportler mit Rad bilden, wenn sie an der Aktion teilnehmen, mit drei oder vier Kollegen oder anderen Radfahrern, die den gleichen Weg fahren, ein Team. Es hat sich herausgestellt, dass es einigen Radfahrern leichter fällt, im Team zu fahren und das viele, auch nach den drei Monaten, weiter das Rad nutzen, um zur Arbeit zu fahren. Andere machen regelmäßig in jedem Jahr mit. Beide Gruppen stellten fest, dass Gespräche zur Teilnahme motivieren und die Kollegen im Privat- oder Arbeitsleben intensiver zusammen kommen. Es wurde berichtet, dass darüber ausgetauscht wird ob und wie anstrengend die Fahrt war, ob die Verkehrsverhältnisse für Radfahrer verbessert werden müssten und ob sich das eigene Gewicht veränderte. In einem „Aktionskalender“ kreuzen die Teilnehmer ihre eigenen Radel-Tage an. Günstig ist, dass Radfahrer, die in Urlaub fahren oder krank werden, nicht aus dem Programm fallen, denn es ist nur nötig insgesamt 20 Tage zur Arbeit geradelt zu sein um an der Verlosung, bei der es attraktive Preise zu gewinnen gibt, teilnehmen zu können.

Das sind die Regeln, die von den Teilnehmern akzeptiert werden müssen

Die Aktion dauert insgesamt drei Monate. Im Juni, Juli und August muss jeder der teilnimmt an mindestens 20 Tagen mit dem Rad zur Arbeit fahren. Wenn er als Pendler mit dem Zug oder dem Bus fährt, kann er die Strecke bis zur Bushaltestelle oder dem Bahnhof mit dem Rad bewältigen. Für die Teilnahme ist es völlig unerheblich, wie lang der Arbeitsweg ist oder ob er ausschließlich mit dem Rad gefahren wird. Er kann, so teilen die Veranstalter mit, auch in einer Kombination zwischen dem Rad und öffentlichen Verkehrsmitteln bewältigt werden. Die Mindestdauer sind 20 Arbeitstage. Eine längere Teilnahme ist gut für die Gesundheit, die Umwelt und den Geldbeutel, hat aber keinen Einfluss auf die Gewinnchancen.

Betriebskoordinatoren sind wichtige Helfer

Die Verantwortlichen der AOK und des ADFC wünschen sich, dass viele Unternehmer und ihre Beschäftigten sich als Radfahrer im Alltag engagieren. Konkret für die Aktion werden Kollegen, die Spaß am Radfahren haben und möglichst viele Mitmacher gewinnen können, als Betriebskoordinatoren benötigt.. Diese ehrenamtlich tätigen Menschen sorgen dafür, dass die Idee des alltäglichen Fahrens mit dem  Radfür das viele Helfer benötigt werden,erfolgreich umgesetzt wird.

Die Helfer wissen, dass Sport und Fitnesstraining in der Gruppe mehr Spaß macht

Sie werben in ihrer Firma mit Aushängen, im Intranet und bei Besprechungen für die Aktion.

Sie sind während des Aktionszeitraums, vom1. Juni bis zum 31. August, für die Teilnehmer Ansprechpartner

Sie sammeln die Teammeldungen und leiten sie an die AOK weiter

Sie Verteilen die „Aktionskalender“ und senden diese rechtzeitige weiter

Weitere Möglichkeiten sich als Betriebskoordinator zu engagieren:

Sie können, mithilfe des ADFC und der AOK firmeninterne Gesundheitstage, Fahrradausflüge oder Reparaturaktionen organisieren.

Betriebskoordinatoren melden oft, mit Zustimmung der Firma, das gesamte Unternehmen zum Wettbewerb „Fahrradaktiver Betrieb“ an

Bei den Kollegen fürs Rad fahren werben

Wer für die Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ werben will, kann bevorzugt in Firmenzeitschriften, am Schwarzen Brett oder in Betriebsversammlungen diejenigen Kollegen zum Radfahren animieren, die zwar aufs Rad umsteigen wollen, bisher aber aus irgendwelchen Gründen zögerten. Die Aktion, die zugleich auch den Gemeinschaftssinn fördert, wird oft von der Geschäftsführung oder dem Gesundheitsbeauftragten, der Personal- oder auch der Marketingabteilung der Firma vorgestellt. Oft fallen die Anregungen auf fruchtbaren Boden, denn viele Berufspendler können mit dem Rad fahren Spritkosten sparen und tun zusätzlich etwas für die eigene Gesundheit und die Umwelt. Wer jeden Tag etwas für seine Finess tun will, wird zusätzlich durch ein gutes Vorbild und durch einen Kreis Gleichgesinnter motiviert und unterstützt. Am Besten funktioniert es, wenn möglichst viele Manager, Führungskräfte, Politiker und Verwaltungschefs sich, auf dem Weg zu ihrer Arbeit, auch in den Sattel schwingen. Dabei fördern zusätzlich die Gesundheit der Mitarbeiter und inspirieren diese zur umweltschonenden Mobilität. Nach Auskunft der Veranstalter können bei der Aktion kleine Anerkennungen und größere Gewinne, zum Beispiel ein begehrtes neues Fahrrad oder eine Reise, die von Sponsoren in Aussicht gestellt werden, erworben werden.

Keine Sorge vor Datenmissbrauch

Von den Organisatoren werden, damit das Programm der Aktion verbessert werden kann, über die Länge des Arbeitsweges, der Nutzung des Fahrrades oder zur Beschaffenheit des öffentlichen Nahverkehrs, Daten von den Teilnehmern erfragt. Die Adresse wird, so versichern die Veranstalter, nur zur Zustellung eines eventuellen Gewinns benötigt und nicht weiter gegeben.

Autor: Monika Hermeling

Nützliche Links:
www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de
www.adfc.de/Aktionen–Kampagnen/Mit-dem-Rad-zur-Arbeit/Uebersicht-Mit-dem-Rad-zur-Arbeit

Die Kulträder „Fixies“

Dienstag, April 26th, 2011

Die Kulträder „Fixies“

Fahrräder sind eine bedeutende Erfindung und ein beliebtes Fortbewegungsmittel für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Mit ihnen können Radfahrer einfach vom Standpunkt A nach B radeln, sie als Sportgerät oder Ökotrendfahrzeug nutzen oder als Statussymbol besitzen. Die Hersteller von Fahrrädern unterstützen diese Trends durch eine Weiterentwicklung oder Modernisierung bestehender Konzepte und Designs. Eines dieser neuartigen Kulträder ist das „Fixie“.

André Wiesel ist 30 Jahre alt und mit Leib und Seele Radfahrer und Fahrradverkäufer. Er wuchs „mit dem Fahrrad unter dem Hintern auf“ und kennt sich auch mit der Technik von Bikes gut aus. Wiesels Augen leuchten, wenn Kunden etwas über Geländefahrräder wie BMX-, Mountainbike Räder oder „Fixies“ wissen wollen. Er erklärt hier im Blog, was „Fixies“ sind, für wen sie entwickelt wurden und was Polizei und Fahrradklub ADFC von diesen Fahrrädern halten. Interessant ist auch die Begründung zum Urteil des Verwaltungsgerichtes aus dem Jahr 2010, dass eine Beschlagnahme der Räder, wenn sie im Straßenverkehr genutzt werden, als rechtmäßig ansieht.

Worin unterscheiden sich „Fixies“ von anderen Fahrrädern?

Der Name „Fixie“, im Bezug auf Fahrräder, stammt vom englischen Begriff „fixed gear“ und bezeichnet, Räder, die seit einigen Jahren bei jungen Fahrradfahrern „im Trend“ liegen. Pedale und Hinterrad sind über die Kette fest (englisch: fixed) verbunden. Sie haben keinen Leerlauf und keine Rücktrittbremse, und wenn das Rad rollt, dreht sich die Pedale mit. „Fixies“ zählten zu den Geländerrädern, die ebenso wie Rennräder, Sportgeräte sind und laut Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) in Deutschland nicht für den Straßenverkehr zugelassen sind. Darum benötigen sie keine Beleuchtung, keine Klingel und keine Rückstrahler oder Reflektoren. „Fixies“ haben keine Gangschaltung, keine Lichtanlage und auch, ähnlich wie BMX oder Mountainbike Räder (MTB), keine Bremsen. Sie entlocken, durch auffallende Goldnaben-, Zahnriemen-Antriebe oder einem Retrolook Design vielen, besonders jungen Menschen, ein anerkennendes: „Cool“.

Im Aussehen unterscheiden sich „Fixies“ oft stark

In den USA sind die Markenführer für Bikes die Firmen Spezialized, Trek und Giant. Diese stellen auch „Fixies“ her. In Europa ist die Situation am Markt völlig anders. Auf der „EuroBike“ in Friedrichshafen, in Baden-Württemberg, zeichnete sich schon ab dem Jahr 2008 der Trend ab, dass auch kleinere Unternehmen, die zum Beispiel auf einem Rahmen „von der Stange“ stilvolle Designerelemente für „Fixies“ aufbauen, eine Chance auf dem Markt haben.

Zwei Beispiele wie „Fixies“ sein können:

In der kleinen Radschmiede Axiom Bikes, in Hamburg, wird ein schickes, etwa acht Kilogramm leichtes „Fixie“ hergestellt, dass mit Details wie einem golden eloxierten Sitzrohr beeindruckt. Wem auf langen Strecken das ständige Mittreten im Leerlauf zu viel wird, der steigt einfach ab und montiert das Hinterrad anders herum. Da die eingebaute Flipflopnabe von „Miche“ auf beiden Seiten einen Ritzelkranz hat, wird der Freilauf durch den Radwechsel zu oder abgeschaltet. Das Rad kostet etwa 1 200 Euro.

Ein Fixie der US-Marke „Trek“ heißt „District“ und kombiniert Aussehen und Technik von Retro und Moderne miteinander. Es hat auffällige Hochprofilfelgen einen Zahnriemenantrieb und zieht durch die nostalgisch anmutende Farbkombination oliv und brau optisch in den Bann. Die Griffe am Lenker und der Sattel sind aus die Gesundheit schonendem Leder. Das Rad kostet etwa 900 Euro.

Eines haben alle „Fixies“ gemeinsam: Sie sind Nachfolger der Bahnräder für Profifahrer. Da sie, wie diese, „etwas aushalten müssen“ verfügen „Fixies“ über eine robuste Bauweise und, da sie oft in Begleitfahrzeuge umgeladen und transportiert werden, über ein geringes Gewicht.

Die Vorteile eines „Fixies“:
Sie sind leichter als herkömmliche Räder
Sie sind robust und nicht reparaturanfällig
Der effektive, „runde“ Tritt kann ausdauernd trainiert werden (es muss immer pedaliert werden)
Es kann rückwärtsgefahren werden

Die Nachteile eines „Fixies“:
Der Einsatzbereich ist stark eingeschränkt
Die Teilnahme am Straßenverkehr ist in vielen Ländern verboten
Die Kette muss häufig nachgestellt werden. Es ist denkbar einen Kettenspanner einzubauen, bedeutet aber eine zusätzliche Technik
Ein sicheres Fahren und Anhalten ist nur nach einer längeren Eingewöhnung möglich

So kann ein „Fixie“ kostengünstig selbst gemacht werden

Theoretisch gesehen könnte aus jedem Standardrad ein „Fixie“ werden. Experten empfehlen dafür, die für „Fixies“ nicht benötigte Technik, einschließlich der Lenkergriffe, zu entfernten. Anschließend muss die herkömmliche Hinterradnabe gegen eine, die auf beiden Seiten Ritzel hat, eingetauscht werden. Denn nur mit einer Hinterradnabe mit beidseitigen Ritzeln kann der Radfahrer, durch ein Umdrehen des Hinterrades, mit oder ohne Freilauf weiterfahren.

Wie reagierte die Polizei auf „Fixies“ im Straßenverkehr

Bei Radfahrer in der Großstadt sind „Fixies“ wegen des Kultstatus und ihrer schnellen Einsatzbereitschaft, beliebt. Der Polizei sind sie, weil sie keine Lichtanlage, Klingel, Reflektoren oder Bremse haben und somit nach der Straßenverkehrsordnung nicht verkehrssicher sind, eher ein „Dorn im Auge“. Anfang 2010 teilte die Polizei in Berlin noch Verwarnungen für die Fahrer aus, die ihre Räder unberechtigterweise im Straßenverkehr nutzten. Da diese Maßnahme keinen Rückgang der Straftaten bewirkte, gingen die Beamten dazu über, die meist teuren Räder ganz aus dem Verkehr zu ziehen. Die betroffenen Radfahrer zeigten kein Verständnis und hinterfragten, ob die Beamten dazu berechtigt sind.

Ein Fahrradkurier, der täglich etwa 100 Kilometer mit seinem „Fixie“ zurücklegt, erklärt, dass die Bremsen wie bei einem Kinderdreirad funktionieren. Wird weniger getreten verlangsamt sich die Fahrt. Will der Radfahrer schneller voran kommen legt er sich nach vorne und verlagert sein Gewicht auf das Vorderrad. Auch die Polizei musste, nach Aussage von Beamten in Berlin, schon umdenken, denn diese berücksichtigten beim Stoppen von „Fiexies“ nicht, dass die Fahrer nicht sofort stehen bleiben können. Die Folge davon waren Auffahrunfälle der „Fixie“ Radfahrer auf Polizeiautos.

Fahrradkuriere und die Polizei

Der Berliner Verkehrspolizist Rainer Paetsch äußerte in einem Spiegel Interview 2010 die Meinung, dass es jedem einigermaßen durchschnittlich intelligenten Menschen klar sein müsse, dass ein Rad ohne Bremsen im dichten Großstadtverkehr extrem gefährlich ist. Er fährt täglich Rad und gibt zu bedenken, dass jeder Radfahrer ein Höchstmaß an Kraft und Konzentration braucht. „Fixies“ seien, besonders im Straßenverkehr schwer zu kontrollieren und es sei unverantwortlich sie für diesen zuzulassen. Paesch befürwortet auch eine Beschlagnahme der Räder.

Befragte Fahrradkuriere, die unerkannt bleiben wollen, sind da anderer Meinung. Sie erklären, dass die Polizei diese Räder in ihrer Anwendung nicht kenne und die Gefahrenanalyse der „Fixies“, aus diesem Grund ungünstig ausfallen müsse. Sie umgehen einer Auseinandersetzung mit der Polizei durch eine gegenseitige Information, wo die Polizei momentan kontrolliert, damit sie diese Stellen umfahren können.

Das Verwaltungsgericht entschied, das die Polizei zukünftig „Fixies“ beschlagnahmen darf

Das Verwaltungsgericht Berlin erklärte im Mai 2010 die Sicherstellung eines „Fixies“ durch die Berliner Polizei für rechtmäßig. In der schriftlichen Begründung des Urteils (1 K 927.09) bewerteten die Richter die Ausstattung des Bahnrades als nicht gesetzeskonform und bestätigten die Entscheidung der Polizei, es zur Gefahrenabwehr aus dem Verkehr zu ziehen. Das Abbremsen durch Gegentreten reichte dem Gericht, als Bremse im Sinne der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung, nicht aus. Auch nicht das zusätzliche Anbringen einer Bremse am Vorderrad heißt es in der Urteilsbegründung.

Stellungnahme des Allgemeinen Deutschen Fahrradklub (ADFC) zur Sicherstellung von „Fixies“

Für den ADFC stellt sich die Frage, ob die Sicherstellung der „Fixes“ dem Übermaßverbot entspricht denn schon, wenn ein Fahrad über eine Vorderradbremse verfügt, kann mit ihm sicher gebremst werden. Eine Hinterradbremse wirkt schwächer und könnte durch ein Gegentreten im starren Gang ersetzt werden.

Sind Radfahrer nicht alle gleich?

Der ADFC-Rechtsreferenten Roland Huhn hält die Sicherstellung von „Fixes“ mit einer Vorderradbremse für unverhältnismäßig und rechtswidrig, denn aus dem auch rechtsgültigen „Wiener Übereinkommen über den Straßenverkehr“ ergibt sich, dass Radfahrer aus dem Ausland bis zu einem Jahr lang mit nur einer Bremse am Fahrrad in Deutschland fahren dürfen. Außerdeutsche Radfahrer brauchen an ihren Fahrrädern nur eine Bremse zu haben, sagt ausdrücklich eine Dienstanweisung der Polizei zu § 65 StVZO.

Die Meinung von Passanten zu „Fixes“

Ältere Radfahrer reagieren meist unsicher, wenn sie befragt werden, ob für sie ein „Fixie“ infrage kommt. Sie wollen kein Geld für Räder ausgeben, die ihnen unfallträchtig erscheinen.

Viele jugendliche Fahrradenthusiasten lieben „Fixes“, weil das Fahrgefühl direkter ist als bei normalen Rädern. Sie können nur auf den „Fixes“ mit Kunststücken den Gleichaltrigen ihre Geschicklichkeit und schnelle Reaktion zeigen und dafür Bewunderung einheimsen. Nur auf „Fixes“ können sie, ihrer Meinung nach, ihre Ausdauer auf langen Strecken austesten und sich „auspowern“. Fahrradfahrer lieben an „Fixes“ dass sie mit diesen in der Ebene schnelle und mühelose fahren können und Kunststücke mit der Artistik von Kunstradfahrern und der Choreografie des Skateboardings verbinden können. Rundheraus gesagt sind, nach Meinung der Meisten befragten, Erwachsene die „Fixes“ nutzen Minimalisten, die, auf ebenen Strecken gerne einmal ein neues, zusätzliches Rad ausprobieren wollen oder Fahrradkuriere, die in der Großstadt ihre Post oder Päckchen schnell ausliefern müssen.

„Fixes“ stellen sich im Internet vor

Im Internet kursieren Videos, in dem Jugendliche mit flotter Musik untermalt, Kunststückchen auf dem „Fixie“ zeigen: Ein Kurzfilm bei Youtube nennt sich „Fix and the City“. Auch der Rapper, Sänger und Musikproduzent Kayne West fährt ein „Cinelli Vigorelli Fixie“.

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Quelle: dpa, Urteil des Verwaltungsgerichtes von 2010, Spiegelbericht aus dem Jahr 2010, eigene Interviews.